Ein Lied auf das Ötztal von 1905
Wie kommt jemand in Deutschland darauf, ein „Lied im Volkston für Klavier- oder Zitherbegleitung“ über das Ötztal zu texten und zu komponieren? Und ist das Stück überhaupt je wo aufgeführt worden? Gar vielleicht im Ötztal?
Das Lied ist im Druck 1905 beim Nürnberger Musikverlag Wilhelm Schmid Nachfolger herausgekommen. Der Text stammt von einem heute völlig vergessenen Autor namens Karl Stepp, der Schöpfer der Originalkomposition für Klavier ist unbekannt, für Zither arrangiert hat das Ganze der darauf spezialisierte Wendelin Böck (1835 – 1912).
Das Cover des Notenblattes oben, das sogenannte Schmuckblatt, das das Ötztal von Oetz bis Obergurgl zeigt, stammt vom deutschen Maler F. Tros und ist offenbar eigens für die Komposition „Mein Ötztal“ angefertigt worden.
„Dich, mein Ötztal, grüß ich wieder, grüße dich aus voller Brust, deine Berge auf und nieder, meiner Augen hohe Lust, meiner Augen hohe Lust! Firnesglanz am Himmel droben, kühle Schatten in dem Grund, und der Wasser rauschend Toben geben deine Schönheit kund! Hol-dri-o juch-he …“
(Erste Strophe)
„Wie das Land, so auch die Leute, rüstig, bieder, wohlbedacht, daß der Ernst und auch die Freude aus den hellen Augen lacht, aus den hellen Augen lacht! Drum, mein Ötztal, laß dich grüßen, laß dich grüßen wie ’ne Braut, lasse mich ins Herz dich schließen, laß dich preisen jauchzend laut! Hol-dri-o juch-he …“
(Dritte Strophe)

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