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Heidenkinder taufen

Welches Kind ist in den 50er und 60er Jahren nicht von den Sölder Schulschwestern zu einer Missionsspende gedrängt worden, damit ein „Heidenkind“ im Kongo, in Ghana, in Uganda, Kenia oder Nigeria getauft und damit der ewigen Verdamnis entrissen wird?

Diese Art der Geldbeschaffung wurde auch vom Orden der Herz-Jesu-Missionare im Kongo betrieben. Dabei konnte mit dem gespendeten Betrag von hundert Schilling (heute 7,27 €) ein „Heidenkind“ nicht nur getauft, sondern gekauft werden.

Wir, die frommen Spender, durften sogar nach Belieben die Taufnamen für die „Heidenkinder“ vorgeben: Josef, Karl, Herbert, Markus oder was auch immer. Seltsamer Weise bekam man dann aber mit dem vorgedruckten Dankschreiben der Missionare immer das exakt gleiche „Originalfoto“ (siehe oben) zugeschickt, das dann stets „original“ den frisch gekauften bzw. getauften kleinen Josef, Karl, Herbert oder Markus im „Afrikanischen Urwald“ zeigen sollte.

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