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SS-ler verstecken sich in Hochsölden

In den letzten Kriegstagen im April 1945 flüchten massenhaft Angehörige der berüchtigten SS in die hinteren Täler, so insbesondere auch ins Ötztal und nach Sölden. Die Schulschwestern haben dazu in ihrer Chronik festgehalten:
„Hier füllten sich alle Hotels in Sölden und Hochsölden mit SS Männern. Im Hotel Sonne hatten sie ihre Kanzleien mit rund 20 Typ-Fräulein.“

Am 5. Mai, im Raum Imst sind noch allerletzte Kämpfe im Gange, treffen die ersten Soldaten der US-Armee in Sölden ein. Ein Teil der SS-ler dürfte sich noch kurz vorher nach Hochsölden abgesetzt haben. Die nachrichtendienstliche Abteilung der 44. US-Infanteriedivision meldet:
„100-120 SS-Soldaten mit Familien in Genesungsspital in Sölden. Kann nur mit [Material-]Seilbahn erreicht werden.“ Das heißt, es handelt sich um Hochsölden. Und um kein „Genesungsspital“, sondern um die dortigen Hotels.

Aus dem Tagebuch des 1a der 44. US-Infanteriedivision

In einem Fremdenverkehrsprospekt „Winteruraubstage in Sölden“ von 1940 heißt es: „Von Sölden aus erreichen Sie Hochsölden in einem zweistündigen Aufstieg zu Fuß. Ihr Gepäck wird mit der Seilbahn Sölden-Hochsölden befördert. Auf Wunsch können Sie auch mit dem Pferdeschlitten Hochsölden erreichen.“

Die Kriegsverbrecher von der SS, die sich schon vorher ihrer Waffen und oft auch ihrer Uniform entledigt hatten, waren laut obigem Tagebucheintrag bereit sich zu ergeben, „nicht aber Juden oder Negern“ (gegenüber).

Die Festgenommenen müssen dann irgendwie ins Tal gebracht worden sein, es ist anzunehmen per Fußmarsch. Von hier kamen sie zuerst in ein Lager in Imst und dann in verschiedene Internierungslager der US-Army in Deutschland.

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