Der Pionier mit dem Fes
Er baute in Sölden den Gasthof zum Alpenverein (1866).
Er übernahm die halbfertige Hochjochhütte und stellte sie fertig (1872).
Er war der Initiator zur Gründung der „Section Innerötztal des deutschen und österreichischen Alpenvereins“ (1874).
Er baute die Hochjochhütte nach der kompletten Zerstörung durch eine Lawine wieder auf (1876).
Er errichtete die Samoarhütte. (1877)
Er leitete die Bauausführung der Breslauer Hütte (1882).
Er baute in Oetz den Gasthof zum Alpenverein (1885).
Der Mann mit der ungewöhnlichen Kopfbedeckung, die man Fes oder Fez nannte, kam nicht vom Balkan oder vom Orient, sondern von Gurgl. Josef Grüner, „es Grinarle“, hatte sich Ende der 1850er Jahre als „ehrsamer Schneider in Sölden niedergelassen“, wie es in einer Zeitung heißt. Er ging hier mit seiner Kraxe auf die Stere, handelte mit Stoffen und betrieb in seinem Häuschen am Rettenbach, das er später zum Gasthof ausbaute, einen kleinen Krämerladen.
In den Folgejahren wurde er zum ersten und bedeutendsten Fremdenverkehrspionier des Ötztales, siehe oben.
Diesen Meldezettel hat Grüner mit 85 Jahren noch selber ausgefüllt und unterschrieben – wenige Monate vor seinem Tod am 18. September 1916.
„Bei allen seinen Geschäftsunternehmungen verstand Grüner die seltene Kunst, so durch das Zeitliche zu gehen, daß er darüber das ‚Ewige‘ nicht vergaß oder stark vernachlässigt hätte. Er war wohl nahe der Kirche, nützte es aber auch reichlich aus; täglich fand er sich an den hl. Messen pünktlich ein und bemühte sich noch in seinem hohen Alter zu jedem Versehgang und Rosenkranze. Als überzeugter Katholik wollte er noch als 80jähriger der Einladung des Hl. Vaters zur täglichen hl. Kommunion Folge leisten und im strengsten Winter sahen wir ihn täglich um 6 Uhr früh an der Kommunionbank. (…) Wohl wenige ahnen es, wie viele arme Familien Grüner mit Geld und Lebensmitteln beschenkt und wie große Summen er für Sammlungen und für kirchliche Zwecke gegeben.“
Aus dem Nachruf im Allgemeinen Tiroler Anzeiger vom 19.9.1916

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