„Staatsfeindlicher Akt“ des Sölder Schützenhauptmannes
Für den 8. und 9. Juli 1939 ist von der NS-Gauleitung der jährliche Kreisappell in Imst, auch Kreistag genannt, angesetzt worden. Dazu sollten neben allen möglichen anderen Formationen auch die Schützen des Bezirks antreten. Damit auch die Sölder Schützen. Deren Hauptmann Hermann Praxmarer (oben), aus Zwieselstein gebürtig, inzwischen in Kaisers ansässig, hat laut „vertraulicher Mitteilung“ an die Gestapo sich geweigert, daran teilzunehmen und in einem „staatfeindlichen Akt“ auch noch sämtliche Ötztaler Schützenkompanien aufgefordert haben, sich daran zu beteiligen. Begründet hat Praxmarer seine Ablehnung an diesem Propagandaaufzug der NSDAP damit, dass er als Katholik mit einem Staate, der gegen die Kirche vorgehe, nichts zu tun haben wolle“. Gegen den Schützenhauptmann ist ein Strafverfahren eingeleitet worden, das für ihn glimpflicherweise mit einer Geldstrafe geendet hat.
Im Gestapo-Schreiben (oben) wird der Schützenhauptmann Hermann Praxmarer fälschlicherweise als Hubert Praxmarer bezeichnet.
Auf Privataufnahmen vom Imster Kreistag im Mai 1942 ist ein Häuflein Ötztaler Schützen, die Kompanien sind durch den Kriegsteilnehmer und Gefallene bereits stark reduziert, jedenfalls mit dabei.

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