Skip to content

Sölder Primizianten

So prachtvoll sah die Einladung des Neupriesters Peter Sigmund Prantl (1851-1935) zur ersten Messfeier in seiner Heimatgemeinde vor 150 Jahren (!) aus. Am 4. Februar 1877 war er in Brixen geweiht worden, am 8. Februar fand in Sölden die Primiz statt. An einem Donnerstag! Das erste Meßopfer an diesem Tag wohl in Erinnerung an das letzte Abendmahl, das am Gründonnerstag begangen wird. Zufällig war es bei Prantl auch noch der Unsinnige Donnerstag, der aber gewiss niemanden von der Teilnahme abgehalten hat.

Es war Tradition der Neugeweihten, die erste Messe in ihrem Heimatort zu lesen, egal, wohin sie dann vom Bischof beordert wurden. Und Tradition war es auch, zu diesem Anlass ein Erinnerungsbildchen aufzulegen, von denen sich einige von den aus Sölden stammenden Priestern erhalten haben.

Auffällig ist, dass die ältesten die schönsten und kunst-handwerklich aufwendigsten sind, und sie – je weiter man in die Gegenwart vorrückt – platter, schlichter und unpersönlicher werden. Man könnte in dieser Entwicklung auch eine Parallele zum schleichenden Bedeutungsverlust der Priester in der Gesellschaft und zu ihrem abnehmenden Rang in der Gemeinde sehen.

Es gab schon vor Peter Sigmund Prantl aus Sölden gebürtige Priester, auch schon vor Josef Riml (1813 – 1902) oder Nicodem Fender (1814 – 1893), aber Andenken-Bilder zu früheren Primizen liegen mir nicht vor.

Die von Siegfried Riml, Moidelas (1934-1971), vor 66 Jahren war übrigens die letzte, die in Sölden stattgefunden hat.

Dieser Beitrag hat 0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

An den Anfang scrollen
Suche