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Noch eine Aktion gegen die Dorfnazis

Wie in jedem Ort gab es auch in Sölden fanatische Anhänger der NSDAP und ebenso entschiedene Gegner derselben. Die einen machten Werbung für die Partei, die anderen versuchten solche auf verschiedene Art und Weise zu unterbinden.
Die einen betrieben einen Schaukasten am Gemeindeamt, in dem sie den „Völkischen Beobachter“, das Parteiorgan der NSDAP, aushängten und einen weiteren, in dem sie das Kampf- und Werbeblatt der SS, „Das Schwarze Korps“, präsentierten (Symbolbild oben). Die anderen, wer war nicht zu ermitteln, haben die Nazi-Propaganda aus den Anschlagkästen herausgerissen.

Die ersten Erhebungen hat der hier stationierte Hauptwachmeister der Gendarmerie Alois Egger geführt, zu dieser Zeit zugleich Kassier der NSDAP Sölden. Auf seinen Bericht an die Gestapo hin hat diese selbst weitere Ermittlungen gepflogen, die aber ebenso erfolglos geblieben sind.

Was also tun?
Auf Befehl des berüchtigten Gestapo-Leiters von Innsbruck Werner Hilliges wurden kurzerhand zwei jüngere und zwei ältere Männer, nämlich Josef Kneisl, Fiedel Riml, Valentin und Vinzenz Riml und zusätzlich auch noch der Sölder Kooperator Franz Haider als Geiseln (!) genommen, von der Gestapo abgeholt und ins Polizeigefangenenlager in der Reichenau gesteckt, wo sie rund zehn Tage einsaßen.

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