Der Bauerndoktor von Sölden
Cajetan Karlinger (1831 – 1903) erbte zwar den Unterwirth (später: Gasthof Sonne), verkaufte ihn aber bald und zog mit seiner Familie auf den Hof. Cajetans größtes Interesse galt der Medizin, die er nicht an einer Hochschule studierte, sondern bei einem damals berühmten Passeirer Bauerndoktor. „Was ihm an Ausbildung mangelte“, schreibt Franz Josef Gstrein, „ersetzte er durch Talent, Scharfsinn und praktische Erfahrung. Sein besonderes Spezialfach war die Behandlung und Heilung von Knochenbrüchen und Gliedausrenkungen, und hatte er derartige Patienten in seinem Leben über 100 behandelt, und es ist kein Fall bekannt, wo ihm die Heilung nicht gelungen wäre.“
Es heißt, dass Kranke und Verletzte von weit her zum Bauerndoktor Karlinger gekommen seien und er vielfach sogar in die umliegenden Täler gerufen worden sein soll. Da der Cajetan (auch: Kajetan) angeblich nie Geld für seine Behandlungen verlangt habe, hätte ihm auch die Konkurrenz, die gstudierten Ärzte, nicht viel anhaben können.
Kajtans Johånna, seine Tochter (1876 – 1968), hat einiges von seinem Wissen übernommen und hat noch bis in die 1960er Jahre selbst Heilmittel hergestellt wie die äußerst hilfreiche (und stinkende) Zugsalbe.

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