Die Hildesheimer Hütte und Ski-WM
Anlässlich der Alpinen Weltmeisterschaft 1936 im Raum Innsbruck hat die österreichische Post eine Markenserie mit Rennläufer-Motiven herausgebracht. Für Sammler gab es dazu ein Schmuckblatt zum Aufkleben der vier Sondermarken, auf dem zentral die „Hildesheimerhütte in den Ötztaler Bergen“ abgebildet war.
Die WM-Rennen, die sich damals noch Fis-Wettkämpfe nannten, fanden damals nur wenige Tage nach den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen statt. Ihnen kam eine besondere Bedeutung zu, weil das Olympische Komitee alle Rennläufer, die – wie in Österreich und der Schweiz oft üblich – auch Skilehrer waren, als Profis eingestuft und von den Wettbewerben ausgeschlossen hatte. Aus Solidarität boykottierten dann auch Nicht-Skilehrer dieser beiden Länder die Rennen in Garmisch.
Eberhard Kneisl holte bei dieser Weltmeisterschaft im Slalom die Silbermedaille und in der Kombination Bronze.
Auf die Sondermarken gab es übrigens einen unglaublichen Run. Vor dem Hauptpostamt in Wien hatten sich bereits in der Nacht vor der Ausgabe Tausende angestellt, um bei Öffnung der drei Schalter einen Satz zu ergattern. Auch in Innsbruck kam es, wie die Zeitung berichtete, „zu stürmischen Szenen, die erst ihr Ende fanden, als die Innsbrucker Polizei mit Überfallsautos anrückte und die Menge zerstreute“. Der Satz im Nominalwert von 1 Schilling und 31 Groschen, von den Postämtern um den doppelten Preis ausgegeben, war sehr bald unter zehn Schilling (rund 50 Euro) nicht mehr zu haben.
Das Schmuckblatt oder Vordruckblatt mit der Hildesheimer Hütte, die offizielle Festkarte, kostete übrigens fünf Schilling, heutige 24 Euro.

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