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Politischer Missbrauch

Über das Winterhilfswerk, ab 1939 „Kriegswinterhilfswerk“,  wurden in der NS-Zeit in sogenannten Reichsstraßensammlungen Millionen an Spenden gekeilt, über die letztverantwortlich Reichspropgandamininister Goebbels verfügen konnte. Bei den in den Wintermonaten laufend durchgeführten Sammlungen wurden Abzeichen, Anstecknadeln, Plaketten, Anhänger, Bildchen usw. vertrieben, oft auf die Region zugeschnitten – wie hier auf den Gau Tirol-Voralberg: ein Mini-Heftchen mit der Ötztaler Tracht auf der Vorder- und auf der Rückseite.

Für die Spende bekam man damit gleich auch noch brutale nationalsozialistische Propaganda untergejubelt, für das Regime also eine absolute Win-win-Geschichte. Im konkreten Falle wurde die regionale Volkskultur manipulativ eingesetzt, um Stimmung zu machen gegen das „verflossene jüdisch-liberalistische System“ und den „Einfluss volksfremder Gedanken“ und für das faschistische „Großdeutschland“ und die Gemeinschaft aller „Volksgenossen“ (Zitate aus der kleinen Broschüre).

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